Es ist der zweite Tag des Ausnahmezustandes rund um und in den Festzelten auf der Wiener Donauinsel. Es ist wieder so weit – das Donauinselfest hat alles in dieser Region fest im Griff.
Parkplätze – vorher schon Mangelware – sind endgültig vergriffen. Die zusätzlich aufgestellten Papierkörbe werden der zu Werbezwecken ausgeteilten Getränkedosen nicht herr. Zu gewissen Zeiten, dann wenn die “Zugpferde” des heimischen und internationalen Pop die Bühnen beherrschen sind die meisten Verkehrsmittel überfüllt; auf den Brücken zur Insel wälzen sich Menschenströme zu den Arenen.

Die Bässe bahnen sich ihren Weg selbst zu den Ohren derer, die gar nicht gewußt haben, daß sie auch Anrainer sind – viele km quer durch das nördliche Wien. Selbst das etwas wechselhafte Wetter hat auf alles nur einen geringen Einfluß.

In den Zelten fließt das Bier faßweise, überall riecht es nach Langos und Grillwürstel, die MA48 (rufen sie bitte nicht das Misttelefon – die Kollegen haben schon Sonderschichten eingeteilt) wird den größten Anteil an der Nacharbeit des “Festes” haben.
Obwohl der Eintritt gratis ist (noch) und doch 2000 Künstler auftreten, rollt bei einigen der Rubel – nein heute sollten wir zeitgemäß sagen: der Euro rockt.

Schließlich sind nicht unerhebliche Standmieten zu bezahlen, die Werbung darf sicher auch nicht kostenlos aufgestellt werden und zu guter letzt, bekommt auch “die Sozialdemokratie”, als Veranstalter,  ein Stück gutes Geld in ihre Kassen.

Als besonderer Trendsetter ist eine Fastfoodkette aufgetreten, die bei der Schnellbahnstation Handelskai eine Filiale unterhält.

Logo McCafe

Ganz im Stile von Henry Ford (“sie können ihren Wagen in jeder Farbe haben, vorausgesetzt sie ist schwarz”) hat man bei McDonalds das Angebot stark verkürzt – damit die anstürmenden Massen der Inselbesucher nicht so lange nachdenken müssen beim Bestellen, und zum Ausgleich die Preise auf über 6 € angehoben.
Im McCafé gibt es gleich statt drei Größen Kaffee nur mehr eine und statt der vielen Mehlspeisen zwei Sorten Donuts. Um weiter zu vereinfachen hat man auch hier die Preise auf 2,99€ angehoben. Man sieht die Geschäftsführung hat ihr betriebswirtschaftliches Wissen voll ausgeschöpft. Wenn es wenig Angebot gibt, und bei so vielen Menschen, gesamt werden etwa 3Mio Besucher erwartet, dann steigen die Preise, und im gleichen Ausmaß der Gewinn. Das hat uns schon die Erdölindustrie mehrfach vorgeführt.
Nachdem Stammkunden und nachhaltiges Wirtschaften heute nur in den Hochglanzprospekten von Bedeutung sind könnte diese Strategie aber auch nachhaltig nach hinten los gehen. Dann wenn einige der Stammkunden nachhaltig verärgert sind und vielleicht dem McCafé, das zu “Friedenszeiten” seinen Reiz hat – Musik, nettes Ambiente, gute Erdbeerschnitten – vielleicht für immer den Rücken kehren.

Vielleicht hat es sich dann doch ausgerockt, wenn der große Ansturm der Donauinselfestgäste wieder vorbei ist.

Gerald Pechoc, Juni 2011

Es hat sicher vielerlei Gründe, warum der Mensch etwas als gefährlich oder aber doch weniger gefährlich einstuft. Zuallererst werden vermutlich persönliche Erfahrungen und Gefühle die noch in Erinnerung sind eine wichtige Rolle spielen, da dies dem ganz natürlich angeborenen Verhalten zur Gefahrenabwehr entspricht.
Wenn etwas mehr Zeit bleibt, also nicht unmittelbar gehandelt werden muß spielt Ausbildung und zum Beispiel das Training mit der Handhabung von Werkzeugen, Maschinen und Anlagen die entscheidende Rolle.
Geht es um die Beurteilung von Technologie dann ist Bildung und konkretes Wissen oder aber eben der Mangel an Informationen die Basis für die Beurteilung von Sicherheit, und genau so individuell wird diese auch ausfallen.

Experten urteilen selbstverständlich anders. Sie wägen ab, setzen auf bisherige Erfahrungen, Statistiken und konkrete Risikoabschätzungen die je nach Standpunkt des Betrachters sehr unterschiedlich ausfallen können.
Bei Technologien, die von der Gesellschaft eingesetzt und benutzt werden – Verkehr, Energieerzeugung, Erstellung von Saatgut, pharmazeutischen Produkten… – sind die Entscheidungsträger hauptsächlich im “Markt”, der Politik und den Medien zu finden.
Die Medien, die durch die Art ihrer Berichterstattung (only bad news are good news) manchmal auch eine sehr zweifelhafte Rolle spielen.

In die Risikoabschätzung von Technologien gehen also nicht nur sachliche und rational begründbare Argumente ein sondern auch eine Vielzahl von Argumenten, die den unterschiedlichen Standpunkten, strategischen Überlegungen und auch wirtschaftlichen oder kulturellen Notwendigkeiten entsprechen ein. Schon aus diesem Grund ist es sehr schwierig absolute und vergleichbare Aussagen zu treffen.

Dazu kommen manchmal Schwierigkeiten Statistiken möglichst objektiv anzusetzen, so wie im Flugverkehr, wo man argumentieren kann, daß die Anzahl der Todesfälle auf geflogene Kilometer sehr gering ist. Die selbe Statistik sieht aber doch anders aus, wenn man die Anzahl der Todesopfer auf die Zahl der Starts und Landungen bezieht. Ähnlich ist es im Bahnverkehr.

Anfangs hat es eine neue Technologie meist schwer sich durchzusetzen. Nehmen wir als Beispiel das Auto, das heute so selbstverständlich unsere Straßen verstellt, daß wir uns kaum Gedanken über Sicherheit darüber machen. Das Freischwimmerabzeichen macht nicht jeder, aber der Führerschein gehört zum Ausbildungspfad eines jungen Menschen fast wie eine Lehre oder die Matura.
Das subjektive Sicherheitsgefühl hat sich durch die Jahrzehnte der Fahrzeugentwicklung
(Sicherheitsgurte, Airbags, Crashtests…) trotz stetig erhöhter Geschwindigkeit sehr gewandelt.
Vor etwas mehr als hundert Jahren, als die Fahrzeuge noch sehr langsam fuhren, mußte wegen der “großen Gefährdung” vor dem Fahrzeug jemand gehen der mit einer roten Fahne vor der Gefahr warnte!
Heute warnt bestenfalls ein Radardetektor vor der nächsten Radarfalle.

Ist also das Auto eine sichere Verkehrstechnologie? 
Bei weltweit mehr als 1 Million (1 000 000 !) Toten im Straßenverkehr erscheint mir das nicht wirklich gegeben!

Aber auch in der Energieerzeugung geht es nicht nur um die Atomkraft, sondern auch der ganz normale Kohlebergbau oder die Erdölförderung verursachen jedes Jahr eine große Anzahl an Todesopfern, die eigenartiger Weise von der Öffentlichkeit, selbst wenn ein paar Vorfälle in knapper Folge gemeldet werden, nicht besonders wahrgenommen werden. Und  wenn dann nicht als Bedrohung gesehen werden, da es sich ja meist um Vorfälle in weit entfernten geographischen Lokationen handelt.
Überraschend sind für manche sicher auch die Folgen der Kohlegewinnung auf die Landschaft. Im Ruhrgebiet laufen heute eine große Anzahl von Pumpen nur um einigen Flußläufen wieder in das angestammte Flußbett zu verhelfen, weil sonst ganze Landstriche, die nach dem Kohleabbau eingesunken sind, überschwemmt wären.
Es gibt sogar einen eigenen Fonds der den Betrieb der Pumpen auf die nächsten Jahre sicherstellt (Stromkosten von über 10 Mio € jährlich!).
In China, wo etwa 10.000 Arbeiter jährlich in den Bergwerken ums Leben kommen, brennen jede Menge Kohleflöze (die auch gar nicht gelöscht werden können) weil sie illegal und nicht sachgerecht ausgebeutet wurden.
Ist also ein Kohlekraftwerk eine sichere, weil so einfache Technologie? Es wird etwas Kohle in den Kessel geschaufelt, der dann Wasserdampf erzeugt, der wiederum den Generator zur Stromerzeugung antreibt. Eine technisch ganz einfache Sache. Wasserdampf ist sauber, die Abgase aus dem Schlot sind es nicht mehr so!

Ist es die Wasserkraft, die uns die Statistik rettet? Seit etwa 5000 Jahren bauen die Menschen Staudämme, natürlich erst seit etwas mehr als 100 Jahren zur Erzeugung elektrischer Energie. Doch Katastrophen hat es dabei auch schon immer gegeben.
Eine der wohl schwersten im Jahr 1975 wo wegen besonderer Naturereignisse in China 62 Staudämme brechen und insgesamt mehr als 230.000 Menschen sterben.

Aber es gibt weitere Bereiche die genauer betrachtet sehr problematisch sind und vermutlich in der Öffentlichkeit gar nicht derart beachtet werden. So hat das amerikanische Institute of Medicine herausgefunden, daß in den USA jährlich etwa 98.000 Menschen an den Folgen von Fehlern bei ihrem Krankenhausaufenthalt sterben. Die Zahlen in Deutschland (somit also auch in Österreich) sollen ähnlich sein (siehe Bericht Süddeutsche Zeitung 2004).

Die Beispiele ließen sich sicher noch fortsetzen und sollen nur zeigen, daß nur wenn etwas seltener in den Nachrichten der Lieblingsgazette gemeldet wird, das noch nicht heißt daß alles in Ordnung ist.

Während die Risikoabschätzung bei einem Kohlekraftwerk heute wegen der hohen Erfahrung bei Bau und Betrieb solcher Anlagen unter Berücksichtigung modernsten Wissens sehr genau möglich ist, ist es auf Grund deutlich weniger gebauter Anlagen und der etwas komplexeren Technologie eines Atomkraftwerkes nicht mehr so leicht alle Risikobereiche genau zu beziffern. Obwohl der Prozeß der Energieerzeugung selbst theoretisch genau bekannt ist und auch genau berechnet werden kann, ist hier das gesamte Risiko der Anlage bzw. der Technologie inklusive Entsorgung der abgebrannten Brennstäbe schwerer einzuschätzen.

Noch viel schwieriger wird es allerdings, wenn Technologien beurteilt werden sollen, die biologische Stoffe oder Prozesse betreffen. Die Gentechnologie beherrscht der Mensch noch lange nicht so wie die Kerntechnik zur Stromerzeugung. Daher ist es in diesem Fall meiner Meinung nach sehr vermessen über Sicherheit der Anwendbarkeit im großen Stil zu urteilen. Wir stehen bei dieser Technik noch sehr am Anfang. Auch wenn es gelungen ist ein paar “kleine Aufgaben” scheinbar gut zu lösen, haben wir zur Zeit sicher nicht die Möglichkeiten Langzeitfolgen für die Natur bzw. den Menschen abzuschätzen.
Speziell die Auswirkungen von gentechnisch manipuliertem Saatgut, das dann zur Nahrungsmittelproduktion eingesetzt wird, aber genauso Futterzusatzstoffe, Wachstumsförderer etc. können sicher nicht in ihrer Wirksamkeit auf die Gesundheit des Menschen eingeschätzt werden.
Den “Langzeitversuch” den hier einige Konzerne mit den Menschen weltweit durchführen finde ich persönlich für sehr bedenklich.

Sicherheit von Technologie wird wegen immer steigender Komplexität von Verfahren und verwendeten Stoffen oder Techniken immer schwieriger zu beurteilen sein.
Die einfachen Dinge wurden schon erfunden! In Zukunft wird alles etwas schwieriger.
Die steigende Anzahl von Argumenten und Parametern gilt es sorgfältig zu beachten und zu gewichten.
Daher wird es in Zukunft um so wichtiger sein, daß die Menschen die mit dem Einsatz und der Anwendung von neuen Technologien zu tun haben, sich ihrer Verantwortung bewußt sind und diese auch möglichst unbelastet von äußeren Störeinflüssen wahrnehmen.

Gerald Pechoc, Mai 2011

Links zum Thema
http://de.wikipedia.org/wiki/Verkehrstod
http://www.focus.de/panorama/welt/un-mehr-als-eine-million-verkehrstote-weltweit_aid_408400.html

http://www.energie-fakten.de/pdf/unfallrisiken.pdf
http://gabe.web.psi.ch/pdfs/Energiespiegel_13d.pdf
http://de.wikipedia.org/wiki/Kohlebrand
http://www.wdr.de/tv/quarks/sendungsbeitraege/2008/0603/003_untertage.jsp

http://katastrophen.anabell.de/dammbrueche/dammbrueche.php

http://www.sueddeutsche.de/wissen/medizin-mehr-tote-durch-aerztepfusch-als-im-strassenverkehr-1.603145

http://www.it-recht-kanzlei.de/gentechnisch-ver%C3%A4nderter-mais-haftung-hersteller.html
http://www.zeit.de/kultur/film/2011-03/film-gekaufte-wahrheit
http://www.pressetext.com/news/20080516022
http://de.paperblog.com/das-ziel-sechseinhalb-milliarden-tote-135520/
http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/enthuellungen/michael-grandt/verbraucherschutz-als-verbrauchertaeuschung-lebensmittel-ohne-gentechnik-.html

Es ist knapp nach sieben Uhr morgens – die Sonne scheint schon recht kräftig durch den Morgendunst. Es verspricht ein schöner Tag zu werden. Angela betritt ihre Garage, öffnet die Wagentüre und steigt in das leicht vorgewärmte Fahrzeug.
Beim Frühstück schon hat sie  über die Fernbedienung das Fahrzeug aktiviert und die Abfahrtszeit programmiert.
Beim Einsteigen hat sich die induktive Ladestation des MODOLO Edbw in den Garagenboden zurückgezogen. Die Akkus sind für weitere fast 300 km wieder voll geladen.
Das “dbw” in der Produktbezeichnung steht für “Drive by Wire”. Das heißt, auch das Lenkrad hat keine mechanische Verbindung mehr zu den Rädern. Die Arbeit übernimmt ein ausgeklügeltes System von Servos und Steuerelektronik welches in ein, den hohen Sicherheitsanforderungen entsprechenden, Bussystem integriert ist.

Die Atomkatastrophe in Fukushima (Japan) im Jahr 2011 hatte unter anderem zur Folge, daß die Menschen rund um den Erdball mehr auf Umweltprobleme und im Besonderen auf die Probleme bei Erzeugung und Nutzung elektrischen Stromes sensibilisiert waren. Vor diesem Hintergrund ist es der Automobilindustrie gelungen die Elektrofahrzeuge, die schon länger in den Entwicklungslabors schlummerten in den Verkauf zu bringen.

Anfangs waren die Hybrid-Autos auf den Plan getreten, die aber trotzdem hauptsächlich einen Verbrennungsmotor hatten und nur zusätzlich einen Elektromotor. Später kamen immer mehr Voll-Elektrofahrzeuge in die Auslagen, jedoch mit einer eher geringen Reichweite (etwa 150 km). Auch diese waren was das Fahrzeugkonzept betrifft nichts wirklich Neues.

Angela steckt ihre Chipkarte in das Fach am Armaturenbrett und startet mit ihrem Daumen, nach biometrischer Überprüfung, den Wagen. Es dauert heute nur mehr wenige Sekunden, dann ist das verteilte Computersystem gecheckt und die grüne Signalfläche am Armaturenbrett signalisiert die fehlerfreie Einsatzbereitschaft. Das Ziel wird am Navi des Bordcomputers ausgewählt und der Fahrschalter (früher war hier einmal der Getriebeschalthebel) wird auf “Drive” gestellt. Nur gibt es hier kein Getriebe, das zu bedienen wäre. Nicht einmal ein automatisches.

Langsam rollt Angela nun durch den Vorort, die automatische Tempoüberwachung sorgt dafür, daß sie das Tempolimit von 30 km/h nicht überschreitet. Der Bordcomputer blendet die Navigationshinweise auf der Windschutzscheibe ein. Aus den Bordlautsprechern rieselt leise die Musik, die Angela voreingestellt hatte. Auf ihrer Chipkarte werden alle individuellen Konfigurationseinstellungen des Fahrzeuges automatisch gespeichert und beim nächsten “Startup” wieder geladen. Sitzeinstellungen, Klimaeinstellung, Musik müssen nicht jedes mal neu gefunden werden. Natürlich werden auch Einstellungen zur Konfiguration des Fahrwerks, ob 2-Rad oder 4-Rad-Antrieb etc. mit abgespeichert und stehen bei der nächsten Ausfahrt individuell wieder zur Verfügung.

Über die Freisprechanlage kann  Angela noch rasch zwei Anrufe ins Büro erledigen und gleich den Tisch für das Mittagessen in ihrem Lieblingslokal reservieren. Dazu braucht sie am Bordcomputer nur die Applikation des Lokals starten und den Button zum Reservieren klicken. Die Bestätigung bekommt sie auf der Windschutzscheibe eingeblendet. Genau so wie die aktuellen Verkehrsmeldungen. Es gibt bis Wien keine Probleme, d.h. zumindest keinen Unfallstau.

Speziell in Deutschland ist nach Fukushima im Bereich Energieerzeugung nichts so gewesen wie vorher. Trotz heftiger Proteste haben sich die Atomgegner letztlich doch nicht durchgesetzt, aber mit Hilfe der EU wurden doch alle Kraftwerke in Europa, damals noch 143, einem gründlichen Sicherheitscheck unterzogen, und schließlich wurde einiges an Geld in Nachrüstung von Reservekühlsystemen, Meßanlagen und ähnliches investiert.
Die Atom-Zubehörbranche hatte ein paar Jahre Hochbetrieb.

Eine Forschungsinitiative der EU gab letztlich den Anstoß, daß europaweit die Forschungsbudgets aufgestockt wurden, und in moderne Kraftwerke (Windenergie, Solar und Wärmekopplungen, sowie teilweise sogar in Nutzung der Erdwärme) wurden signifikante Beträge investiert.
Schließlich hatte der Paradigmenwechsel in der Autobranche auch dazu geführt, daß zunehmend mehr Strom verbraucht wurde. Diesmal für den Verkehr.
Dafür sind die Importe für Öl und Gas deutlich zurückgedrängt worden. Die Abhängigkeit Europas von Energiezulieferungen großen Stils wurde somit deutlich verringert.

Doch ohne Atomkraft als vorübergehender technischer Lösung wäre all das nicht möglich gewesen. Schließlich mußten erst viele Kilometer Hochspannungsleitungen und moderne Übertragungsknotenpunkte gebaut werden um den Einsatz der vielen kleinen Kraftwerke unterschiedlichster Bauart sinnvoll nutzbar zu machen.

Angela hat einstweilen die Autobahn erreicht. Noch immer sind viele Kraftfahrzeuge mit Verbrennungsmotor unterwegs. Die müssen jedoch die rechten drei Spuren der Autobahn benutzen. Die vierte Spur ist nur für die Fahrzeuge reserviert, so wie der MODOLO, die bereits das neue Elektronische Fernleitsystem nutzen können. Das gibt es seit kurzem versuchsweise auf der A2. Dabei wird die komplette Steuerung von einem Leitsystem übernommen. Angela nutzt die verbleibende Zeit bis sie Wien erreicht noch ein paar Telefongespräche abzuwickeln und ihre Mails am Bordcomputer einzusehen.
Hie und da wirft sie einen besorgten Blick auf die Straße, aber das System scheint hervorragend zu funktionieren. Es verzögert automatisch wenn sich der Abstand zum Vordermann zu  sehr verringert und “kümmert” sich selbstverständlich um die Geschwindigkeitsbeschränkung bei der Baustelle bei Baden.

Während auf den rechten drei Spuren teilweise Chaos und Verstopfung herrscht, geht es auf der “automatischen” Spur sehr zügig und flüssig dahin. Bei der Ausfahrt in Wr. Neudorf leitet das Fernleitsystem Angela sicher von der Autobahn, wobei sie wieder die Handsteuerung übernommen hat.

Wr. Neudorf – früher ein Vorort von Wien – heute läßt sich eine Grenze zur Stadt nicht mehr erkennen. Natürlich gibt es in Teilen auch hier Parkraumbewirtschaftung. Die Zeiten, als Angela immer Sorge tragen mußte, daß genug Parkscheine an Bord waren sind mit dem MODOLO vorbei. Das Einparken wird durch, für diesen Zweck mitlenkende Hinterräder, wesentlich einfacher. Außerdem gibt es statt Außenspiegel hier nur Videokameras, die ein verlässliches Bild von der Welt draußen liefern.
Bevor der Bordcomputer Angela noch erinnern kann, daß hier ein Parkentgelt zu zahlen ist, hat sie schon den Dienst aufgerufen und den Parkschein per Computer und Internetverbindung gelöst. Selbstverständlich bekommt sie auf ihr Handy eine Erinnerung, daß die Parkzeit in 10 Minuten abläuft.

Rund um die modernen Bordcomputer, die einstweilen alle Direktverbindungen zum Internet haben, natürlich mit einer eigenen Firewall und anderen erforderlichen Sicherheitseinrichtungen, wurden viele nützliche Anwendungen geschaffen, die teilweise auch Daten von der Navigation verarbeiten, bzw. den Fahrer sofort zu dem Geschäft, Restaurant oder Tankstelle hinführen die im Internet ausgesucht wurde.
Selbstverständlich sind diese Rechner so von einander getrennt im Fahrzeug, daß keinesfalls ein Angriff mit Viren auf die Wagensteuerung möglich wäre.
Für Sicherheit wurde im MODOLO E viel Geld verwendet. Geld, das sich bezahlt macht.

Den MODOLO gibt es natürlich von vielen Herstellern. Große Marken wie AUDI, VW, FORD und auch einige asiatische Autobauer haben diese Technologie lizensiert und profitieren von einer gemeinsamen Entwicklung im MODOLO Kompetenzcenter in Österreich, wo unter anderem in die Entwicklung der hohen Anforderungen gerecht werdenden Software Universitäten aus Wien, Graz und anderen europäischen Ländern eingebunden sind. Auch die Computerhardware ist eine Spezialentwicklung, die auf die besonders harten Bedingungen im Kraftfahrzeugbau abgestimmt ist.

Die Fahrleistungen eines MODOLO sind beachtlich, das Drehmoment entspricht bzw. übertrifft sogar so manchen Turbodieselmotor, und die Umweltverträglichkeit betrifft nicht nur den reinen Betrieb, sondern schlägt sich durch weniger Wartungskosten und geringeren Verschleiß auch in den Gesamtkosten nieder.

Angela nimmt ihre Handtasche aus dem Wagen, schließt das Fahrzeug mit der Fernbedienung, wobei gleichzeitig eine an das Handy gekoppelte Alarmanlage aktiviert wird. Das unerlaubte Starten des Wagens ist damit technisch nahezu unmöglich.

Gerald Pechoc, Mai 2011

Links zum Thema (2011)
https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Elektroauto
http://www.elektroauto-nachrichten.de/category/elektroauto-hersteller/audi/

http://www.teslamotors.com/
http://www.citroen.co.uk/our-brand/concept-cars/citroen-survolt/#/our-brand/concept-cars/citroen-survolt/
http://www.renault.com/en/innovation/l-univers-du-design/pages/concept-car-dezir.aspx

http://www.chevrolet.com/volt/

http://www.elektrobusse.com/index.php/en/commercial-electric-vehicles

http://www.e-tankstellen-finder.at/Stromtankstellen/Elektrotankstellen.html

http://www.news.at/articles/1022/32/269956/warum-macht-stronach-elektroautos

http://www.hybrid-autos.info/
http://www.lexus.at/hybrid/hybrid-range/index.aspx?WT.mc_id=LexSEM_2008_Hybrid&WT.srch=1&WT.adsite=Google
http://www.bmw.at/at/de/active_hybrid/overview.html?WT.mc_id=bat_sem_bk014&WT.srch=1&lc=sem_bk
http://www.greenhybridelectricvehicle.com/buy/Jaguar/X-Type
http://www.hybriddieselelectric.com/diesel-electric-hybrid-vehicles-an-evolution-in-hybrid-vehicles/

Liebe Kaffeeplauschleserinnen,
Liebe Kaffeeplauschleser,

Es ist schon etwa 20 Jahre her, als ich als Netzwerkadministrator beschäftigt war die ersten Lan-Netze im Unternehmen aufzubauen und den Kollegen die großen Vorteile des H: und P:-Laufwerkes zu erklären. Der Vorteil, daß man nun die, damals noch 8“ Disketten, nicht mehr von einem Zimmer ins andere tragen mußte sondern die Daten einfach nur auf das P:-Laufwerk (für Projekte) speicherte und Kollegen zwei Etagen weiter konnten auf diese Daten zugreifen, hat sehr rasch überzeugt und jeder Mitarbeiter wollte seinen Computer auch im Lan-Manager-Netz haben.

Ein Problem ist mir damals während des „Roll-Out“ dieser Technologie immer stärker aufgefallen: Die Menschen haben das P:-Laufwerk bald als etwas selbstverständliches angesehen, haben aber nicht verstanden wie das Gesamte funktioniert. So lange alles gut geht ist das nicht unbedingt ein Problem. Wenn aber ein Kollege dem anderen die Daten überschrieben hat oder eine Komponente gestört war und plötzlich auf dem P:-Laufwerk gähnende Leer war, dann kam Stress auf.
Wen anrufen? Was ist passiert?

Ein Problem das auch unsere heutigen Computernutzer noch in viel höherem Maße trifft. Die Technik wird laufend immer komplexer, die Anwendungen immer aufwendiger. Wenn einmal etwas nicht funktioniert hat der durchschnittliche Benutzer kaum eine Chance zu wissen was die Ursache ist.

Schon damals vor 20 Jahren habe ich im Unternehmen gefordert, daß Schulungen für die Netzbenutzer vorgesehen werden, damit jeder ein gewisses Basiswissen bekommt um zu verstehen welche Komponenten beteiligt sind und was vielleicht gerade nicht funktionieren könnte. Das war natürlich viel zu teuer, man hat ein paar wenige auf Microsoft Kurse geschickt und das wars dann.

Über die Jahre hat sich am Wissen unserer Benutzer also nicht viel verbessert. Ein wenig lernt jeder dazu, die Technik verdoppelt das Know-How spätestens alle ein bis zwei Jahre.

So hat es relativ lange gebraucht bis eine große Anzahl an Benutzern E-Mail nutzen. Von anderen Diensten reden wir gar nicht erst. Ein gutes Beispiel für die Schere zwischen dem was verkauft wird und was die Menschen wirklich nutzen sind die Mobiltelefone.

Jeder muß heute ein Smartphone haben, wenn geht mit Android oder gar dem iOS von Apple.
In Wirklichkeit schreiben die Menschen dann bestenfalls ein paar SMS und benutzen die Wiederwahlfunktion. Der ganze Schnick-Schnack wird nur von einer verschwindend kleinen Schichte an Technik-Freaks benutzt.

Thema Videotelefonie: ich habe vor etwa drei Jahren endlich ein Telefon bekommen, daß das konnte und auch einen Vertrag womit ich das nutzen konnte, nur leider niemanden den ich dann mit einem Videotelefonat erreichen hätte können. Abgesehen davon, daß ich persönlich ein Videotelefonat für wenig sinnvoll erachte. Schließlich muß man das Handy irgendwie in die Luft halten und hoffen daß das Freisprechen funktioniert.

Kommen wir nochmal zum E-Mail zurück. In Zeiten wo angeblich 2 Mio. Österreicher im Facebook ein Account haben sollte man meinen, daß E-Mail schon ein „gegessener“ Standard ist.
Dem ist leider nicht so. Viele Benutzer kommen nicht mit den Einstellungen zurecht. Jeder braucht zwar selbstverständlich Spamfilter, weiß aber natürlich nicht wie die funktionieren und wundert sich dann, daß ein bestimmtes Mail nicht angekommen ist. Wenn man diesem Benutzer dann klar machen möchte, daß er als Empfänger dafür Sorge tragen muß um die Mails auch empfangen zu können (denn der Sender kann nur ordnungsgemäß verschicken, mehr geht halt nicht) dann kann diese Diskussion manchmal sehr schwierig werden. Eines Tages hatte ich sogar einen Auftrag nicht bekommen, weil die potentielle Kundin einfach nicht verstehen wollte, daß es nicht in meinem Bereich liegt, daß sie mein Mail nicht empfangen konnte. Die Unwissenheit im Feld macht hier schon eine Menge Schwierigkeiten.

Ein zweites Problem ist auch, daß viele Menchen glauben, nur weil man jetzt den Kurzbrief in die Tastatur hämmert ist die Form und die Sprache egal.
Fast jeden Tag bekomme ich noch immer eine Vielzahl von Mails die keine Signatur haben, obwohl alle gängigen Mailprogramme dies automatisch unterstützen, wenn man sie richtig konfiguriert.

Sehr viele Computernutzer schreiben ihre Mails immer im Webmail, was nicht nur unpraktisch ist, sondern auch noch eine Menge anderer Nachteile hat.

Eine Mail ist, auch wenn sie elektronisch verschickt wird, eben wie ein Brief. Ein Brief, das wußten früher alle, hat eine Begrüßung einen Textteil und eine Unterschrift. Bei einem Brief stehen meist oben im Kopf die persönlichen Daten, bei der E-Mail ist das praktischerweise am Schluß der Nachricht. Vorteil ist auch, wenn in der Signatur eine Telefonnummer steht, dann kann man den Gesprächspartner gleich anrufen ohne erst in Verzeichnissen oder dem Internt wühlen zu müssen.

Ich würde mir wünschen, daß die jungen Menschen wieder in der Schule lernen wie man einen elektronischen Brief schreibt, denn anscheinend ist ja im Internet eh alles so einfach (man hat doch seine APPS ;-) . In EDV sollten die Schüler auch etwas darüber lernen wie das Netz funktioniert. Wie soll denn jemand, der gerade das iPhone einschalten kann und denkt das ist wirklich ein Telefon mit Zusatzfunktionen, wie soll denn dieser Benutzer wissen, daß er eigentlich einen Computer eingeschaltet hat sich gerade bei seinem Internetprovider eingeloggt hat und parallel die ersten E-Mails von seiner Mailbox auf sein Gerät übertragen wurden (bzw. die Mails wahrscheinlich auf dem Server liegen bleiben und er nur die Nachrichten auf dem Gerät liest…..

Nichts ist so einfach als es scheint. Der Wissensrückstand ist in den letzten 20 Jahren immer größer geworden. Und trotz all der Fortschritte in der Technik bleibt das Verständnis des Menschen zurück. Ich würde mich freuen, wenn bald 90% der Benutzer wenigstens mit dem E-Mail so umgehen könnten wie man es erwarten würde.

Mit freundlichen Grüßen
Gerald Pechoc

Links zum Artikel:

http://www.statistik.at/web_de/statistiken/informationsgesellschaft/ikt-einsatz_in_haushalten/022213.html

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Es ist eines Sonntag morgens, keines besonderen Sonntags, einfach dieses Sonntags.
Die Uhr, sie geht bereits um ein paar Minuten zurück zeigt etwa 0930.
Meine Frau und ich wollten heute ausnahmsweise, der Bequemlichkeit halber, auswärts frühstücken gehen. Nach einer harten Arbeitswoche eine kleine Belohnung, und gemütlich miteinander den Sonntag beginnen.

Also beschließen wir mein Lieblingskaffee Tauber (dort gibt es die besten Mehlspeisen Wiens, und es ist auch in der Nähe der Wohnung) im Milleniumscenter aufzusuchen. Die sollten schon um 9 Uhr offen haben.
Unser Stammtisch war natürlich von den einzigen Gästen um diese Zeit besetzt, also suchen wir uns einen Ersatzplatz. Die nette Kellnerin fragt uns dann was wir denn bestellen möchten. “Zwei große Frühstück, und ein Ei dazu”. Wie aus der Pistole geschossen höre ich sofort die schon so abgedroschene Antwort “Ei hamma ned” („Ei haben wir nicht“).
Ich horche nochmal ob ich mich da nicht verhört hätte. Schließlich habe ich hier schon öfter Frühstück mit Ei bekommen. Die zweite Kellnerin kommt als Verstärkung hinzu und schränkt dann ein daß sie schon Ei servieren könnten, aber es Frühstück erst ab 11 Uhr gibt!!!

Naja, ich frühstücke am Sonntag meist etwas später, aber 11 Uhr ist auch mir zu spät, noch dazu wo wir wieder in unsere Ausstellung mußten. Also sind wir traurig wieder von dannwn gezogen. Auf der Plaza im Millenium eine kurze Beratung.
Wir könnten ja ins Segafredo gehen. Gut also hinüber in den Bauteil wo sich auch das Kino befindet. Viele Leute waren nicht unterwegs. Die Geschäfte sonntags wie immer geschlossen. Tja, auch das Segafredo – von weitem sieht man schon daß die Rollbalken geschlossen sind – um diese Zeit kein Frühstückstip. Was nun?
Wir könnten noch zur Bäckerei Felber schauen, die hat auch immer gutes Frühstück.

Also gehen wir wieder in die andere Richtung – sie werden es wahrscheinlich schon erraten haben – ebenfalls stock finster. Kopf schütteln, Verzweiflung. Kann ich heute gar nichts mehr Frühstücken? Bin ich wirklich gezwungen auf die weltweite Qualität von McDonalds zurückzugreifen (siehe mein Fotoblog) ?
Ich wollte schon ins Cafe Ascot im 3. Bezirk fahren, da gibt es auch gutes Frühstück, aber, trotz angeschlossenem Wettlokal – wird dort am Sonntag offen sein?

Dann macht meine Frau den Vorschlag die Konditorei Woloszyn im 2. Bezirk anzufahren.
Sicherheitshalber suche ich mir über mein Handy die Adresse aus dem Internet und rufe an. Ich höre es ist offen und Frühstück gibt es auch nur leider keine Tischreservierung.

Frühstück im K7

Frühstück
im K7.

In die Garage, flux die Adresse ins Navi programmiert, bei der Konditorei ist es gut wenn man sich mit den Einbahnen wirklich auskennt! Zehn Minuten später stehen wir in der Konditorei und es ist, Gott sei Dank, noch ein kleines Katzentischerl frei, denn am Tisch für vier sitzt ein einzelner junger Mann. Für zwei Melange hätte es ja gereicht, aber das war mir dann doch etwas zu beengt.

Meine Frau hatte dann den rettenden Vorschlag, den ich allerdings gar nicht gerne hörte, habe ich mich doch schon auf ein gemütliches Frühstück im Kaffee gefreut.
Wir sind zum Gaußplatz gefahren (der ist ganz in der Nähe von der Ausstellung) wo meine Frau frisches Gebäck und ein paar andere gute Sachen zu einem Frühstück in der Ausstellung einkaufte.
Während der Tee kocht und der Kaffee durch die Filtermaschine läuft habe ich schnell diese Zeilen getippt.
ich hoffe sie helfen jemandem nächstes Wochenende, wenn dieser verzweifelt nach einem Lokal für ein gutes Wiener Frühstück sucht und keines findet.

Wien ist eben anders.

G. Pechoc, Oktober 2010

*) „Was wollen sie? Ein Frühstück wollen sie?

„bitte geben sie sofort Logout ein! Es wird dringend vor terroristischen Virenangriffen auf Windows XP Rechner gewarnt“ – so könnte eine Mitteilung demnächst lauten.

Was der Hintergrund so einer Nachricht ist?

Wir sind nun schon langsam auf die Vorgangsweise trainiert. Beispiel Vogelgrippe oder Schweinegrippe. Die Impfstoffe die hier in österreichischen Lagern herumliegen und vor kurzem das Ablaufdatum erlebten wurden um teures Geld für unsere Sicherheit angeschafft. Hätte es die massiven Warnungen der Weltgesundheitsbehörde und die fast tägliche Hochstufung der Gefahrenstufe nicht gegeben hätten wir uns einige Millionen Euro erspart. Passiert wäre genauso nichts.

Neuestes Beispiel, das ja an Dreistigkeit alles bisher da gewesene in den Schatten stellt: Frau Merkel braucht für die Regierungsjets Laser-Abwehrwaffen (gerade eine Meldung im Teletext gelesen); zumindest haben ihr das Berater gerne um teures Geld eingeflüstert. Das ist natürlich in Zeiten wie diesen (Hartz IV etc.) nicht leicht zu argumentieren.

Da kommt doch die amerikanische Regierung gerne zu Hilfe und gibt eine kleine Reisewarnung für Europa aus. Glaubhafter wird diese, weil die französischen Einheiten schon seit Tagen besorgter um die Staatssicherheit sind und Gerüchte über mögliche Terroranschläge verbreiten.

Nun ist es ein leichtes auch den wachsamsten Oppositionspolitiker davon zu überzeugen, daß die Beschaffung der Laserabwehrwaffen bei einem amerikanischen Konzern unbedingt getätigt werden müssen. Schließlich steht die Staatssicherheit, die Sicherheit unserer Demokratie in Europa auf dem Spiel.

Eines Tages werden wir wirklich nicht einmal mehr Logon machen dürfen, weil das schon ein Risiko der Staatssicherheit darstellt. Überall wütet der Kampf gegen die Achse des Bösen.

Nur übersehen wir dabei, daß die Bösesten im eigenen Lager sitzen. Ein paar wenige ziehen hier die Fäden und lassen uns zu Hauptdarstellern werden in einem ganz eigennützigen Spiel.

G. Pechoc, Oktober 2010

Links zum Thema:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,721007,00.html

http://www.sueddeutsche.de/politik/neue-strategie-der-allianz-nato-ruestet-sich-fuer-computer-kriege-1.1006835

Das Internet gibt es technisch schon seit einigen Jahren. Aber es ist so ähnlich wie bei einem neuen Einkaufscenter, das irgendwo am Stadtrand entsteht. Zuerst kommt niemand hin weil es keiner kennt, dann gibt es endlich auch eine Autobahn die die Massen hinbringt und letztlich können, die die kein Auto haben ihren Monatseinkauf dort trotzdem nicht erledigen.

Beim Internet verhält es sich ähnlich. Zuerst wissen nur einige wenige damit etwas anzufangen. Den meisten fehlt auch die technische Zugangsmöglichkeit und die Einfachheit der Nutzung .
Die Breitbandleitungen die in den letzten Jahren, hauptsächlich in Ballungsräumen, verlegt wurden haben erst die Möglichkeit einer wirklich breiten Nutzung geschaffen. Einher ging das auch mit wesentlichen Verbesserungen auf der Softwareseite.
Während man anfangs Techniker sein musste um sein Modem anzuschließen und die Verbindung zu etablieren, genügen in den aktuellen Betriebssystemen ein paar lässige Mausklicks und sogar Otto Normalverbraucher ist mitten im Geschehen – jedoch ohne alles genau zu verstehen und die Konsequenzen seines eigenen Handelns wirklich abschätzen zu können.
Zunehmend werden fertige Applikationen, bunte Bildchen angeklickt, um das gewünschte zu erreichen.

Einhergehend mit der an sich zu begrüßenden Entwicklung – Wissen ist nicht mehr das Gut einiger weniger, sondern wird weltweit verfügbar – wird aber langsam ein Punkt immer wichtiger.
Was ist mit den Menschen, die sich dieser Technologie nicht unhinterfragt hingeben möchten, den Menschen die, weil in geographisch ungünstiger Lage lebend, gar nicht teilnehmen können?
Jenen die die Ausbildung und das Wissen über die Vorzüge und Probleme des Internet gar nicht bescheid wissen?

Der Begriff der sozialen Ausgrenzung kam ursprünglich in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts aus Frankreich und betraf Menschen die keine Sozialversicherung hatten. In den letzten Jahren wurde dieser Begriff laufend neu definiert und in seiner Bedeutung erweitert 1).

Fakt ist, daß mit eGovernment (eine europäische Initiative) auch kleinste Unternehmen bereits heute gezwungen sind im Netz teilzunehmen (Finanzamt, Krankenkasse).
Konsumenten die sich zunehmend vor dem Buchen einer Reise oder dem Kauf eines neuen Handys im Internet informieren wo sie am günstigsten kaufen zwingen langfristig auch alle Unternehmen ihre Angebote aktuell im Netz zu halten. Ja noch mehr, sich über Plattformen wie Reiseportale oder Portale zum Preisvergleich von Produkten (beliebtes Beispiel geizhals.at) zu vernetzen.

Noch nutzen die meisten Menschen Soziale Netze (wie Facebook, Xing, MySpace…) eher um Kontakte zu Freunden und Bekannten wieder zu finden oder zu halten und Bilder und Videos vom letzten Urlaub zu tauschen, aber zunehmend geht auch hier die Entwicklung in die Richtung, daß „Poweruser“ die für das Abonnement bezahlen, mehr Leistung – bessere Chancen, bessere Kontakte zu finden – aus dem Netz ziehen. Heute spricht man schon davon, daß Personalisten sich über einen Bewerber im Internet informieren. Es ist also nicht mehr nur einfach privat, was dort geschrieben wird, sondern das Auftreten im Netz hat sehr wohl Relevanz für das Weiterkommen im Beruf.

In Zukunft wird man vermutlich seine Aufträge zu einem großen Teil aus dem Internet bekommen. Da werden gute Kontakte in den Netzwerken von essentieller Bedeutung sein.
Was aber wieder bedeutet, daß die Menschen die sich die bezahlten Premium, Gold oder Platinum accounts nicht leisten können, von gewissen Jobs, Wissen und Entwicklungen ausgeschlossen sein werden.
Besonders dramatisch ist diese Situation in den Entwicklungsländern, wobei es noch immer nicht klar ist ob und in welcher Form das mobile Internet hier Abhilfe schaffen könnte. Untersuchungen darüber sind anscheinend erst im Laufen.

Abschließend sieht es für mich so aus, daß die industrialisierte Gesellschaft am Weg ist wieder einmal das Machbare umzusetzen, in allen geografischen Gebieten „auszurollen“ sprich alle damit zu beglücken und sich nur wenige mit den nicht unwesentlichen „Randaspekten“ bzw. Auswirkungen auf unsere zukünftige Gesellschaft auseinandersetzen.
Dabei verstellt uns ganz eindeutig die Diskussion um die „Privacy“-Einstellungen bei Facebook den Blick auf die wirklich wichtigen Aspekte im digitalen Leben.
Denn Umkehrbar ist dieser Prozeß sicher nicht, niemand will zurück zum Kienspan. Aber wir sollten mehr darauf achten die Gesellschaft nicht erneut in zwei Teile zu spalten.

G. Pechoc, August 2010

Links zum Artikel:

http://www.mit-neuem-mut.de/index.php?id=5

http://www.springerlink.com/content/q3567p2085574254/

http://www.ejisdc.org/ojs2/index.php/ejisdc/article/viewFile/535/270

http://www.ecademy.com/node.php?id=154116#c748186

1) http://www.societal-web.com/blog/2010/08/digital-social-exclusion/

Es ist der 7. .August 2027. Vor genau 100 Jahren haben Ferdinando Minoia/Giuseppe Morandi(I) mit einem Schnitt von 47,990 km/h die Mille Miglia in Sizilien gewonnen. Kurz vorher ist Charles Lindbergh als erster Pilot alleine über den Atlantik geflogen. Der erste vollsynthetische Kautschuk wird erfunden; einem New Yorker Biologen gelingt die erste Gen-Manipulation an einer Taufliege.

Thomas Mayer lümmelt in seinem Lehnsessel im Wohnzimmer, aus den Wandlautsprechern tönt leise Musik, während er diese Information auf seiner Infowand einer Worldnet*)-Seite entnimmt. Er könnte das Interface beim Weiterblättern auch mit der Sprachsteuerung bedienen, aber, da er alleine ist bevorzugt er mit ein paar Gesten seiner Hand den Screen zu steuern.

Der Raum ist sehr spartanisch eingerichtet. Wie es heute eben so üblich ist. Bücher findet man nur mehr in Museen, einzig ein paar Blumen, die sich Thomas hat schicken lassen geben dem Raum ein klein wenig Individualität.
Thomas gehört zu der großen Menge an Menschen die heute mal hier, mal dort mit Projektarbeiten beschäftigt sind. Oft werden Arbeiten überhaupt über Worldnet-Services verrichtet egal wo auf der Erde der Auftraggeber sitzt. Ja es kommt sogar vor, daß der direkte Auftraggeber eine Maschine ist. Ein anderes Worldnet-Service zum Beispiel.

Das Internet vom Beginn des 21. Jahrhunderts hat sich rasant weiterentwickelt. Nachdem die Millionen von Internet-Benutzern langsam verstanden haben, daß die Anonymität im Netz nicht nur Vorteile hat haben sich bald Services entwickelt, wo die Identität der Teilnehmer auch im Netz sichergestellt ist.
Heute gibt es ein weltweites, sicheres Zertifizierungssystem mit allgemein gültigen Benutzerprofilen und Zugriffsregeln, wodurch sichergestellt ist, daß überall nur diejenigen Zutritt zu den Daten haben, die dazu berechtigt sind.
Nachdem dieses System weltweit funktionieren sollte, hatte man sich vor ein paar Jahren dazu durchgerungen sogar den Geheimdiensten NICHT den maximalen Zugriff zu gestatten.

Thomas hat sich jetzt eine alte Platte, “Light Years” von Jamiroquai aus dem Netz geholt. Die Musik, so wie alle anderen Daten, kommt aus der “Cloud”, d.h. aus dem weltweiten fast immer und überall verfügbaren Netz von Computern und Applikationen.

Es ist kühl an diesem Abend in Kiama, einer Kleinstadt am Meer im Südosten Australiens, 7 Grad etwa nur. Doch im Zimmer ist es angenehm. Das Klima wird nach den Profilangaben von Thomas automatisch eingestellt. Natürlich gibt es auch noch eine große Anzahl altmodischer Gebäude, wo man die Steuerung noch händisch bedienen muß. Aber die modernen Siedlungen, die für die globalen Zeitarbeiter gebaut wurden, bzw. Familien, die oft beruflich bedingt umsiedeln müssen, sind alle auf dem neuesten Standard.

Selbst der Lagerbestand in der Küche wird im Worldnet gespeichert, und wenn die Anwendung richtig konfiguriert ist wird auch automatisch nachgeliefert. Thomas blättert gerade durch das Veranstaltungsverzeichnis von Sidney und Umgebung, er findet einen netten Jazzclub, wo er noch hingehen möchte um den Abend ausklingen zu lassen. Die Band beginnt um 11.00 UTC (schon seit längerem werden zur Vereinfachung der Kommunikation sämtliche Zeitangaben weltweit nur mehr in UTC ***) angegeben), das entspräche 21.00 Uhr lokaler Zeit, zu spielen.

Er bestellt sich schnell eines der Elektrotaxis, die für die kürzeren Strecken gut geeignet, umweltfreundlich und günstig sind.
Kein Problem stellt es dar im Fahrzeug die angefangene Musikkonserve fertig zu hören. Worldnet weiß welche Services gerade benutzt werden und transformiert auf Wunsch die Musik gleich auf die Autolautsprecher. Im Fahrzeug stehen nebst den Nachrichten sämtliche anderen Dienste ebenfalls zur Verfügung.

Plötzlich bekommt Thomas eine Meldung auf sein Display. Sein Jobagent hat ihm einen neuen Auftrag in Spanien avisiert. Ein Projekt für mindestens zwei Monate. Er beschließt später im Lokal von seinem mobilen Worldkom-Gerät zu antworten. Sollte sich Thomas entscheiden den Auftrag anzunehmen, kann er selbstverständlich auch das Anmieten eines Wohnobjektes, den Umzug, den Flug – einfach alles gleich im Netz erledigen.

Wenn er dann in Spanien ankommt funktioniert sein digitaler Schlüssel schon um seine neue Wohnung aufzuschließen. Der Raum ist angenehm klimatisiert, Licht und Musik ist entsprechend der voreingestellten Parameter adaptiert, der Kühlschrank ist bestückt, die Kaffeemaschine wartet auf das GO-Kommando um einen Willkommenstrunk zu bereiten.

Eine der größten Auswirkungen des Worldnet-Netzes sind zweifellos die rechtlichen und politischen Aspekte. Denn wenn jemand in Australien Daten gespeichert hat und nicht weiß ob sie nicht vielleicht auf einem Server in Kenia liegen, dann ergibt das große Probleme hinsichtlich der Sicherheit der Daten. Außer es ist gewährleistet, daß alle beteiligten Länder, und es sind einstweilen nahezu alle Staaten der Erde in diesem Netz Mitglied, dieselben Standards verwenden und auch garantieren.

Sicher gibt es trotzdem immer wieder etwas Probleme, aber schon die Technik, auf die man sich dabei geeinigt hat, stellt hier ziemlich sicher, daß nicht viel passieren kann. Dies war nur möglich, weil man sich erstmals darauf geeinigt hat nicht nur das zu tun was den meisten Umsatz bringt, sondern hier wirklich eine nachhaltige Lösung gefunden werden konnte, die trotzdem jede Menge erfolgreiche Geschäftsmodelle unterstützt. Denn kostenlos ist dieses Netz natürlich nicht. Die hohen Infrastrukturkosten müssen ja bezahlt werden. Aber dieses Netz hat auch viele neuen Jobs und Anwendungen geschaffen. Denn schließlich müssen Waren, die vielleicht automatisch bestellt wurden trotzdem noch manuell geliefert werden.

Motor für diese Entwicklung war neben der Globalisierungswelle sicher auch die Enterprise 2.0-Entwicklung in den Anfängen des Jahrtausends; außerdem das zunehmende Bewußtsein der Benutzer, nicht nur Lieferanten für Marketingdaten zu sein. Die Emanzipation der Benutzer im weltweiten Markt hat dann die Einführung des Worldnet stark begünstigt und vorangetrieben.

Während Thomas im Jazzlokal sitzt, sich der packenden Musik hingibt, erledigt er zwischendurch noch etwas private Korrespondenz auf seinem Worldkom-Gerät.

Eine Freundin schildert ihm begeistert wie gut es ihr in ihrem neuen Domizil gefällt. Das totale Gegenteil von dem was heute üblich ist Yvonne wohnt in einem sogenannten Kulturreservat mitten in den Tiroler Bergen (ehemals Österreich) jetzt Teil der vereinigten Staaten von Europa, in einem herrlichen Blockhaus aus Holz – Blick hinunter ins Tal auf Felder und Wiesen. Mit einem wunderschönen alten Kachelofen, einem Holzherd in der Küche, und einem Hund, der auf der Terrasse liegt und diese den ganzen Tag “bewacht”.
Hier kann man sich Milch und Fleisch vom Bauern aus der Umgebung holen. Ohne sich zuerst durch die komplizierten Herkunftsetiketten im Worldnet “durchfressen” zu müssen.

Auch wenn der Mainstream anders funktioniert, aber wer genug Geld hat und sich ein Aussteigen leisten kann, der ist in solch einem Kulturreservat bestens aufgehoben.

Einzig die Sonne geht netzunabhängig, weltweit für alle noch immer gleich auf und unter. Und das herrliche Farbspiel des Himmels, ob nun von der Webcam live übertragen oder in Natura erlebt, ist noch immer wunderbar.

G. Pechoc, August 2010

Links zum Thema:

http://de.wikipedia.org/wiki/Cloud_Computing

http://enterprise20.wikia.com/wiki/Main_Page

http://en.wikipedia.org/wiki/Enterprise_social_software

http://www.eurecom.fr/util/publidownload.fr.htm?id=2908

http://ipsix.org/cms09safebook_commag.pdf

*) Worldnet = Kunstwort des Autors
Bezeichnung für ein neu zu standardisierendes Internet
**) Worldkom = Kunstwort des Autors Kommunikationsgerät vergleichbar einem Smartphone
***) UTC = Universal Time Coordinated (etwa GMT)

“Es ist verdammt hart der Beste zu sein” – wie wahr, wie wahr.
Heute bin ich unfreiwillig zum Lokaltester geworden, im neuen Merkur-Café-Restaurant (siehe auch Pressemeldung im Linkteil) auf der Mariahilfer Straße, einer der berühmtesten Einkaufsstraßen Wiens.

Es ist knapp 0900 Uhr morgens. Für Künstler, Graphiker und IT-Menschen noch etwas zeitlich. Trotzdem ist viel los auf der Mariahilfer Straße. Neben dem Gerngroß, die Stufen hinunter in den Keller, komme ich in das neugestaltete Merkur-Café, unmittelbar neben dem Supermarkt. Da für die, teils in Nischen gebauten Sitzbänke, nicht das corporate grün verwendet wurde, sondern ein wärmeres, angenehmeres grün, strahlt das Lokal eine freundliche Atmosphäre aus.

Ich nehme Platz, greife mir einen der Folder, die auf dem Tisch liegen, und stelle fest, das ist die Speisekarte. Darauf finde ich zu meiner ersten Überraschung ein Frühstücksangebot bereits ab 1,90 €. Mein Frühstück kostet schließlich doch 4,90 €. Die Freude über die Preise währt nur solange bis ich feststellen  muß, daß der Tee extra berechnet wird, und natürlich auch der Fruchtsaft, auf den ich dann doch verzichte. Und vermutlich wegen der günstigen Preise gibt es Selbstbedienung.

Ganz im Trend der Zeit: größtmögliche Wahlfreiheit, einfache Abrechnung – alles was zum individuellen Frühstück gebraucht wird kostet extra und wird ganz einfach addiert.

Liebevoll in der Vitrine schon vor-zusammengestellt, auf Papptellern – hoffentlich recyclebar – alles Bio, selbst das Besteck wird “frisch vom Baum” gepflückt. So wartet mein Frühstück, daß es von mir bestellt wird.
Nachdem ich Pappteller (quadratisch) und Tee (auch der kommt im eleganten Pappbecher) auf meinem Tisch plaziert habe beginne ich mit dem hübsch designten Holzmesser mein Gebäck mit Butter zu bestreichen.
Das Ei ist zwar nicht schlecht, aber doch schon sehr kühl. Salz gibt es vermutlich nur gegen Aufpreis, zumindest am Tisch ist nichts dergleichen zu finden.

Mit einem klassischen Frühstück im Kaffeehaus hat das nichts mehr zu tun. Obwohl das Gebäck sehr frisch war, das Croissant zuwenig knusprig, hatte ich nicht das Gefühl mir etwas Gutes zu tun, vom Lokal verwöhnt zu werden (obwohl im TV bei der Eröffnungsfeier groß gepriesen), mit Essen, Service, Atmosphäre und vielleicht einem netten Gespräch mit dem “Herrn Karl” oder schlicht der aktuellen Tageszeitung. Aber genau wegen all dem gehe ich ins Kaffeehaus frühstücken.

Wenn ich meinen Kaffee zwischen ein paar SMS und einem E-Mail auf meinem Blackberry aus einem Pappbecher trinken wollte, dann ginge ich zu McDonalds oder Starbucks, aber da brauchte ich kein Kaffeehaus.
Offensichtlich ist das Angebot im Merkur-Café sehr präzise auf die für die Werbung so wichtige Gruppe der 20-35 jährigen zugeschnitten.

Ich falle da leider schon deutlich nicht mehr in die Zielgruppe. Somit werde ich wieder in mein Stammcafé frühstücken gehen. Dort bekomme ich um das gleiche Geld viel mehr und fühle mich willkommen geheissen…..

G. Pechoc, Juli 2010

Links zum Thema:
http://www.merkurmarkt.at/WNBinaryWeb/89/3176661.pdf

http://de.wikipedia.org/wiki/Wiener_Kaffeehaus

Es ist nur eine Stunde her, daß ich einen sehr interessanten, und wie es scheint auch gut recherchierten, Artikel im FAZ.NET zur Ölkatastrophe im Golf von Mexico gelesen habe.

Etwas stark gekürzt wiedergegeben: Es war eine der Hauptursachen für die Katastrophe daß bei einem Arbeitsschritt sechs Abstandshalter (jedes Teil zu etwa 100€) gefehlt haben. So hat man mit weniger auskommen müssen (die Details sind im Artikel1), siehe Link unten nach zu lesen).

Diesen Umstand halte ich für symptomatisch für unsere Zeit. Es geht in jedem Augenblick um Geld. Das Warten auf den Hubschrauber, der die Teile auf die Bohrplattform fliegen hätte können, war natürlich nicht drinnen, weil es eine Stange Geld gekostet. hätte. Man musste ja einsparen, und hat damit ein Risiko in Kauf genommen, das man zu der Zeit gar nicht wirklich abschätzen konnte.

Denn nachher hatten die Experten Wochen Zeit gehabt um die Kette der Ursachen zusammen zu stellen, jedoch in der Phase der Entscheidung – warten auf Ersatzteile, oder weitermachen – hatte der zuständige Projektleiter sicher nicht viel Zeit. Und im Zweifelsfall siegt das Geld, nicht die Vernunft. Die Natur, der Mensch bleiben auf der Strecke.

Noch gibt es Rohstoffe in der Erde zuhauf. Auch Öl – schon so oft wurde das „Zur Neige gehen“ der Reserven vorher angesagt, und immer wieder werden neue Felder gefunden – und jede Menge andere, teils für die Industrie sehr wichtige. Rohstoffe um elektronische Schaltkreise zu bauen, oder Akkus für unsere unterschiedlichsten elektronischen Helferlein, ohne die wir glauben nicht mehr leben zu können.

Es gibt Rohstofflager im Osten der ehemaligen Sowjetunion die so groß eingeschätzt werden, daß wir ausgesorgt hätten2) Derzeit ist an eine Ausbeutung nicht zu denken, weil in diesen Gebieten meist keine Infrastruktur vorhanden ist. Außer dem Berg, aus dem man das Erz schürfen könnte ist dort gar nichts. Tausende km weit. Somit sind die Kosten zu hoch.

Wenn der Mensch endlich aufhören würde immer nur das zu tun was kosteneffizient ist, sondern wenn wir ein Wirtschaftssystem hätten, das Maßnahmen belohnt die vernünftig sind, ökonomisch und ökologisch vertretbar – dann gäbe es die Katastrophe im Golf von Mexico nicht.

Dann hätten wir auch weniger Arbeitslose, und wir bräuchten uns nicht zu sorgen ob wir für 60jährige auch genug Jobs haben. Und die EU bräuchte nicht zu beschließen, daß wir erst mit 70 in Pension gehen können, obwohl wir ja ab 45 schon keine Arbeit mehr bekommen.

Und gesünder wären die Menschen auch, wenn sie die Arbeit machen können die sie gerne machen und dafür belohnt werden.

Der Kapitalismus leistet all das nicht was die Gesellschaft braucht. Und solange er regiert wird es auch die Katastrophen vom Golf geben, weil eben immer die Powerpoint-Folien die Entscheidungsgrundlage sind und nicht der Menschenverstand.

G. Pechoc, Juli 2010

Links zum Thema:
1) http://www.faz.net/s/Rub47C2F00B5F984DC2A4997324448B2EA2/Doc~E52FBF7615CB14471982463216A680176~ATpl~Ecommon~Scontent.html

2) http://www.lerntippsammlung.de/Rohstoffe-von-Sibirien.html

http://www.faz.net/s/Rub47C2F00B5F984DC2A4997324448B2EA2/Doc~E3257BDD702D4410C859C8012C67DFE14~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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